Aaaaahhhhhhrrrrggghhhhhhhh! Dieser Tag begann wie einer, den man am liebsten gleich wieder in die Tonne treten möchte, aus der er gekrochen kam. Scheiß Tag! Ich wache morgens auf und bin noch total müde. Die Wohnung sieht schlimm aus. Überall liegt was. Ich komme später als sonst aus dem Haus. Die gesamte Buttmannstraße ist zugekackt, als ob dort ein Kaviar und Natursekt Fetisch-Treff für an Durchfall erkrankte Hunde eingerichtet worden wäre. Nur meiner Garrincha-esken Beinarbeit habe ich es zu verdanken, dass meine neuen Turnshuhe nicht aussehen wie beschissene alte Turnschuhe. Die Leute in den U-Bahnhöfen gehen alle (mal wieder) viel zu langsam und machen sich anscheinend einen Spaß daraus, mir in einer Tour vor die Füße zu springen. Meine offizielle Brötchenverkäuferin ist auch schlecht drauf. Der Laden sieht zudem verdächtig optimiert aus. Wir mögen Konstanz. Dann ruft mich auch noch Anna an. Auf dem Handy. Wenn ich nicht gerade in einem angesagten Club sitze und an meinem Kaltgetränk nippe, betrachte ich jeden Anruf, der mich erreicht als hassenswerte Störung meiner Kreise. Weichlich, weibisch, buckelnd, aber doch lieb und es gut meinend. Genau das, woran die westliche Welt im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen spätestens seit Einführung der Biotonne krankt. Das führt dazu, dass ich automatisch verkniffen gucke, die Fäuste balle und in den verspiegelten Hochhausfassaden meine Lippen nur noch als blassroten Strich wahrnehme. Dann übersehe ich auch noch einen Kollegen auf dem Weg zu Arbeit. Eigentlich ein netter, cooler Zeitgenosse, mit dem man auch gerne mal über den Hunger in der Dritten Welt und Motörhead diskutieren könnte. Ich hasse so was. Jedes Mal wenn ich das Haus verlasse schwingt diese Angst mit, diese Angst, jemanden zu übersehen, den man doch eigentlich erkennen müsste. Unser schlimmster Feind ist nämlich die Arroganz. Einigermaßen heil bei der Arbeit angekommen, passiert mir das -bis jetzt- beste: frischer Kaffee schwappt in der Kanne, schwarz, ruhig und voller Kraft. Ich trage ihn in mein Büro. Welch wonnevoller Anblick, wie er meine Tasse füllt. Ich will gerade meine Lippen in Richtung Becher führen, zur umgekehrten Vorgehensweise bin ich heute noch nicht fähig, da reißt mich ein spitzes Lachen wieder hoch. Da ich heute mal alleine im Büro sitze, kann es nur die Kollegin aus dem Nachbarbüro sein, die mir den humoresken Dolch ob meines Anblicks in den Rücken stößt. Nach endlosem Small-Talk über StarWars, Hasskappen und Aggressionsstörungen, Truppenübungsplätze, Kinos, Kinder, Rambo, Harrison Ford und Jackie Chan (...was man furchtbar hasst, nämlich Cineast, zum Kenner dieser fürchterlichen Streifen...) läßt sie endlich von mir ab und ich kann mich meinem Kaffee (neu und frisch, der letzte wurde frustriert in Sprechpausen verkonsumiert) widmen, sowie dem Schreiben bedeutender Posts im Stil eines Ausnahmekolumnisten mit Musikfernseherfahrung. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin angepisst. Vom ersten Wecker-Bashing an.
Ich bin ein ganz normaler Tag
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