Verzeih mir

Apropos Bier! Ich war am Wochenende mit der besten aller Freundinnen in Mitte unterwegs auf der Suche nach einem schönen Speiselokal. Wir fanden stattdessen einen Inder, der seinen Laden witzigerweise "Yogi" nannte. Kreativ, oder? Dort bestellte ich zum Essen, köstliches Mutton Tikka, ein Bier. Das Bier kam und ich trank einen großen Schluck. Es schmeckte göttlich, die "bierene" Versuchung Christi. Ich war natürlich ziemlich überrascht. Ich meine, Bier schmeckt sowieso und überhaupt schonmal ziemlich gut, aber das war das Beste aus Hopfen und Malz, was ich in letzter Zeit zu mir genommen habe.
Ich wollte -wer kann es mir verübeln?- wissen, welche Gerstenikone mir da um den Gaumen schmeichelt. Ein Blick in die Karte verriet es: Herforder Pils. Da war ich nun. In der Hauptstadt. Bei einem zweifelhaften Inder (in diesem Fall sollte man, by the way, immer von "Geheimtipp" sprechen) und es wurde Herforder Pils serviert! Jahrelang habe ich meine provinziellen Wurzeln in Sachen Gerstenkaltschale geleugnet. Ich habe den Namen des Bieres besudelt, wo es nur ging. "Maurerbrause" haben wir es damals geschimpft und uns dem bohemen Snobismus des Gin-Tonics hingegeben.

Bitte verzeih mir, Herforder.

Keine Kommentare: